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Infektionsschutz am Arbeitsplatz: Arbeitsmedizinische Impfungen

Arbeitsmedizinische Impfungen bei Koamed

Der Infektionsschutz spielt in der Arbeitsmedizin eine bedeutende Rolle und somit auch arbeitsmedizinische Impfungen. Diese sind für uns Menschen die effektivste Vorsorgemaßnahme gegen ansteckende Krankheiten. Insbesondere die Impfungen gegen Hepatitis und Grippe sind für uns von Bedeutung.

Seit Ende des 18. Jahrhunderts ist die Impfung aus unserem Gesundheitssystem nicht mehr wegzudenken. Stetig wurden neue Impfstoffe entwickelt und bis heute wird weiter geforscht. Anhand der aktuellen Coronapandemie zeigt sich, dass es immer neue Erreger gibt, die mit einer Impfung effektiv bekämpft werden können.

Was ist eine Impfung überhaupt?

Eine Impfung soll dem Organismus helfen, sich gegen eine Infektionskrankheit zu immunisieren. Das funktioniert, indem man entweder direkt die nötigen Antikörper injiziert (passive Immunisierung) oder eine geringe Dosis des Erregers verabreicht, sodass der Körper eigenständig Antikörper entwickeln kann (aktive Immunisierung). Das führt dazu, dass unser Körper bei Kontakt mit der Krankheit wesentlich schneller reagieren kann und der Krankheitsverlauf in der Regel viel milder ist. Die Erreger sind dabei meist tot oder es werden nur einzelne Teile des Erregers verabreicht. Es wird also zwischen Tot- und Lebendimpfungen unterschieden. In der Arbeitsmedizin wenden wir beide Arten an. Eine Übersicht über empfohlene Standardimpfungen für alle Altersgruppen gibt der STIKO-Impfkalender.

Welche Impfungen gibt es in der Arbeitsmedizin?

Der Hepatitisschutz spielt in der Vorsorge Infektionsgefährdung (vormals G42) eine große Rolle. Bei der Hepatitis handelt es sich um eine Infektion, die durch Viren übertragen wird. Dabei werden verschiedene Typen unterschieden. Die häufigsten sind Hepatitis A und Hepatitis B. Insbesondere Hepatitis B und Hepatitis C können zu Leberschäden führen und Leberkrebs verursachen. Daher sollten Sie die Hepatitisprävention unbedingt ernstnehmen. Hepatitis A ist bereits über verunreinigte Lebensmittel, Trinkwasser oder Kontakt- und Schmierinfektionen übertragbar. Hepatitis B-Viren sind hauptsächlich im Blut vorhanden, in geringerer Konzentration auch in anderen Körperflüssigkeiten. Daher ist dieser Erreger besonders für Angestellte im Gesundheitswesen gefährlich. Gegen Hepatitis A und B ist eine Immunität durch Impfungen erreichbar. Die anderen Hepatitistypen sind nur durch hygienische Maßnahmen vorzubeugen.

Im Herbst/Winter impfen wir viele Mitarbeiter gegen die Influenza (Grippe). Die Grippe sollte nicht unterschätzt werden: Eine Infektion mit dem Virus dauert gerne 10-14 Tage an und sorgt für eine mehrwöchige Arbeitsunfähigkeit. Insbesondere für Ältere und Personen mit Vorerkrankungen kann die Grippe sogar lebensgefährlich werden. Da das Grippevirus häufig mutiert, wird diese Impfung jährlich angepasst und muss somit jede Saison neu geimpft werden, um einen zuverlässigen Infektionsschutz zu erreichen. Weitere Informationen zur Influenza und der Grippeimpfung entnehmen sie unserem Blogpost Grippeimpfung 2021: Kleine Maßnahme, große Wirkung.

Eine weitere Impfung, die wir häufig empfehlen, ist die FSME-Impfung. Die Frühsommer-Meningoenzephalitis ist eine Viruserkrankung, die grippeähnlich verläuft und teilweise auch mit einer Entzündung der Hirnhäute einhergeht. Dieses Virus wird durch den Zeckenbiss übertragen. Daher haben Arbeitnehmer, die in der Natur arbeiten, ein deutlich erhöhtes Risiko.

Für wen sind arbeitsmedizinische Impfungen wichtig?

Vor allen Dingen in den Gesundheitsberufen sind arbeitsmedizinische Impfungen wichtig. Insbesondere der Hepatitisschutz ist von Bedeutung, da diese Mitarbeiter oft in direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten und Blut kommen. Dabei ist sowohl der Schutz der Angestellten, als auch ihrer Patienten für Arbeitgeber haftungsrelevant.

Auch in anderen Berufen ist der Hepatitisschutz, insbesondere gegen Hepatitis A, wichtig. Bei Personen, die oft im Freien arbeiten, wie Baustellenarbeitern und Landschaftsgärtnern, oder Personen, die mit Lebensmitteln hantieren, prüfen wir den Hepatitis A-Schutz. Das Infektionsrisiko dieser Mitarbeiter entsteht vor allem durch den möglichen Kontakt mit Tierkot oder menschlichen Fäkalien.

Personen, die häufig im Freien oder in der Natur arbeiten, empfehlen wir zudem die FSME-Impfung. Dies betrifft häufig Angestellte in Bauhöfen, Landschaftsgärtner oder Hausmeister, die auch im Außenbereich arbeiten.

Wie läuft eine arbeitsmedizinische Impfung ab?

Zunächst einmal ist es ein enormer Vorteil, wenn der Angestellte seinen Impfpass zur Vorsorge mitbringt. Falls er keinen besitzt, ist die Ausstellung eines Impfpasses durch uns möglich. In einem Impfpass ist einsehbar, wann der Mitarbeiter welche Impfung erhalten hat und ob eine vollständige Grundimmunisierung erfolgt ist. Eine Grundimmunisierung bedeutet, dass zunächst in bestimmten Abständen je nach Präparat zwei oder drei Impfungen erfolgen müssen, damit eine Immunität gegen den Erreger besteht. Danach eine Auffrischung nötig, beispielsweise nach 10 Jahren im Falle von Tetanus.

Wenn wir den Impfpass eingesehen haben, können wir entscheiden, ob wir mit der ersten Impfung beginnen oder eine Folgeimpfung notwendig ist, um die Immunisierung zu vervollständigen. Nach einer erfolgreichen Grundimmunisierung oder bei unklarem Impfstatus wird eine Titerkontrolle durchgeführt. Dabei wird dem Mitarbeiter Blut abgenommen und in diesem die Anzahl der Antikörper gegen den Erreger bestimmt. Damit lässt sich sagen, ob der Körper nach der Impfung genug Antikörper gebildet hat, um sich gegen den Erreger schützen zu können. Falls der Titer zu niedrig ist, sollte eine Nachimpfung durchgeführt werden. Diese Information erhalten unsere Probanden auf dem entsprechenden Laborbefund und der Bescheinigung. Beides händigen wir ihren Mitarbeitern innerhalb der nächsten zwei Wochen nach der Vorsorge aus.

Gibt es häufig Nebenwirkungen?

Grundsätzlich werden Impfungen sehr gut vertragen, allerdings können bestimmte Impfreaktionen auftreten. Dennoch sind alle arbeitsmedizinischen Impfungen sicher, die wir verabreichen. Typisch sind Rötung, Schwellungen und leichte Schmerzen an der Impfstelle. Diese sollten die Stärke eines gewöhnlichen Muskelkaters aber nicht übersteigen. Außerdem können in manchen Fällen Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen auftreten. Diese Reaktionen zeigen, dass sich das Immunsystem mit dem Impfstoff auseinandersetzt und sind in erträglichem Maße sogar erwünscht. Die Beschwerden klingen nach wenigen Tagen ab. Es gibt in seltenen Fällen ernstere Impfkomplikationen, weitere Informationen dazu finden Sie auf der Website des RKI.

Haben Sie noch weitere Fragen?

Schreiben Sie uns gern eine E-Mail oder rufen Sie uns an! Wir freuen uns, Ihnen weiterzuhelfen.

Dieser Blogbeitrag wurde verfasst durch Laura Fischer.