Seit die Corona-Pandemie in Deutschland allgegenwärtig ist, ist das Thema Hygiene in den Mittelpunkt der öffentlichen Wahrnehmung gerückt. Wochenlang waren jegliche Hygieneprodukte ausverkauft und es mussten Rationierungen vorgenommen werden, um das Horten von Desinfektionsmittel, Hygiene-Tüchern, Masken und Handschuhen zu vermeiden.
Doch viel wichtiger noch als im eigenen Haushalt ist die Hygiene in medizinischen Einrichtungen. Oft gehen die Worte „Krankenhauskeime“ oder „resistente Keime“ durch die Medien. Keime wie zum Beispiel MRSA sind tatsächlich sehr gefährlich und können im schlimmsten Fall zum Tod eines Patienten führen. Wir beschäftigen uns in diesem Blogpost damit, welche Regeln es für die Hygiene in medizinischen Einrichtungen es gibt und wo diese zu finden sind.
Was bedeutet das Wort Hygiene?
Hygiene ist die Lehre von der Verhütung von Krankheiten und der Erhaltung, Förderung und Festigung der Gesundheit. Das Ziel ist es, die Leistungsfähigkeit und das Wohlbefinden des Einzelnen und der Gesellschaft zu erhalten und zu verbessern.
Das erreichen wir dadurch, dass wir verschiedene Maßnahmen entwickelt haben, die zu einem möglichst hygienischen Umfeld beitragen. Dazu gehören Aufklärung (z.B. die typische Nies-Etikette), Reinigung, Desinfektion, Sterilisation und festgelegte Grenzwerte, die nicht überschritten werden dürfen.
Diese Maßnahmen müssen allerdings laufend überarbeitet werden, da Bakterien nicht nur gegen Antibiotika, sondern genau wie Viren auch gegen Desinfektionsmittel resistent werden können. Daher müssen Kliniken zum Beispiel unbedingt die richtige Dosierung der Desinfektionsmittel anwenden, um nicht eine Resistenz von Viren und Bakterien sogar zu fördern.
Hygiene in der Arztpraxis
Für die Hygiene in Arztpraxen gibt es einen Leitfaden, der von den Kassenärztlichen Vereinigungen der Bundesländer herausgegeben wird. In dem über 170 Seiten langen Dokument werden die hygienischen Maßnahmen festgelegt und praxisnah erklärt. Sind diese alle umgesetzt, hat eine Praxis einen ausreichenden hygienischen Standard.
Im ersten Kapitel werden die rechtlichen Rahmenbedingungen festgesetzt. Im zweiten geht es um den Arbeitsschutz und die Arbeitssicherheit. Dabei wird die Betreuung durch Betriebsärzte und Fachkräfte für Arbeitssicherheit festgelegt. Es wird eine Gefährdungsbeurteilung und Unterweisung gefordert, die Erstellung erfolgt je nach Betreuungsform mit den Arbeitsschutzexperten. Danach werden die Schutzmaßnahmen und Grundpflichten der Mitarbeiter einer Arztpraxis aufgeführt. Auch die arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchungen, die eine Praxis betreffen, werden klar genannt.
Nachfolgend geht es dann im Leitfaden um das Hygienemanagement in der Arztpraxis und die Medizinprodukte, die in Praxen genutzt werden und wie diese hygienisch aufbereitet werden. Die Handhygiene ist von enormer Wichtigkeit, denn Krankheitserreger werden am häufigsten von den Händen übertragen. Es wird die Handreinigung, die hygienische und chirurgische Händedesinfektion, der Hautschutz und die Hautpflege und schließlich das Tragen von Handschuhen beschrieben. Außerdem wird die Schutzkleidung der Mitarbeitenden definiert, die in unserer aktuellen Pandemiesituation umso wichtiger ist. Um alle möglichen Erreger zu kennen, werden diese aufgelistet und beschrieben. Außerdem wird in diesem Ratgeber der korrekte Umgang mit Patienten, die an übertragbaren Krankheiten leiden, beschrieben.
Der Leitfaden liefert also eine, wie wir finden, sehr klare Anleitung zum Thema Praxishygiene und sollte in jeder Praxis eine ständige Lektüre sein.
Hygiene in Pflegeeinrichtungen
Auch für stationäre Pflegeeinrichtungen gibt es Hygienepläne, die klare Regeln für die Erfüllung von hygienischen Anforderungen festsetzen. Die Personalhygiene wird aufgeführt und welche Maßnahmen die Pfleger zu beachten haben. Auch so scheinbar banale Dinge, wie zum Beispiel die Fingernägel, können einen hygienischen Mangel darstellen. Sie sollten kurz und unlackiert sein, damit sich keine Bakterien sammeln können. Außerdem ist genauso wie in der Praxis die Händedesinfektion unheimlich wichtig. Eine hygienische Händedesinfektion muss 30 Sekunden dauern, um effektiv zu sein. Schauen Sie doch bei ihrer nächsten Desinfektion der Hände auf die Uhr und überprüfen Ihren Vorgang auf die korrekte Einhaltung der Zeit.
Ein weiterer Punkt ist die Umgebungshygiene, unter dem beispielsweise die Reinigung und Desinfektion der Einrichtung festgelegt wird. Die Zimmer der Bewohner sollten täglich gereinigt werden und Boden sowie Ablageflächen aus glattem, leicht zu reinigenden Material bestehen. Falls der Raum neu belegt werden sollte, muss eine Schlussreinigung mit Flächendesinfektionsmittel durchgeführt werden. Der Raum darf dann erst nach einer Stunde Einwirkzeit wieder genutzt werden. Wichtig ist auch, dass jeder Mitarbeiter darüber informiert ist, wie hygienische Reinigung funktioniert und ein Standard von allen gehalten wird. Außerdem muss die Infektionsintervention für alle Mitarbeiter klar sein. Symptome müssen erkannt und sofort die richtigen Maßnahmen ergriffen werden, um eine schnelle Ausbreitung innerhalb einer Einrichtung zu vermeiden.
Lebensmittelhygiene in medizinischen Einrichtungen
Dann spielt in einer Einrichtung auch die Hygiene im Bezug auf die Lebensmittel eine Rolle. Auch da gibt es viel zu beachten. Lebensmittel müssen beispielsweise immer in geschlossenen, sauberen Behältnissen transportiert und verteilt werden. Davor sind gründlich die Hände zu desinfizieren. Sollte der Mitarbeiter eine Verletzung an der Hand haben oder die Lebensmittel direkt anfassen, sind Handschuhe zu tragen.
Auch in Pflegeeinrichtungen ist die Bestellung eines Arbeitsmediziners und einer Fachkraft für Arbeitssicherheit verpflichtend. Diese sind Experten auf den Gebieten und erarbeiten mit der Einrichtung einen, auf die Einrichtung zugeschnittenen Hygieneplan und unterstützen bei der Umsetzung.
Was passiert bei hygienischen Mängeln in medizinischen Einrichtungen?
Die entsprechenden Gesundheitsämter können eine Begehung in Praxen durchführen. Diese wird vorher auch angemeldet. Dies geschieht oft, wenn es Beschwerden oder Hinweise auf mangelnde Hygiene gibt. Es ist also noch Gelegenheit hygienische Mängel bis zu diesem Termin zu beseitigen. Sollten trotzdem Mängel gefunden werden, gibt es Fristen des Amtes, bis wann diese behoben sein müssen. Dies wird dann erneut kontrolliert. In schwerwiegenderen Fällen werden Bußgelder verhängt. Sollte fahrlässiges Handeln im Umgang mit der Hygiene festgestellt werden, kann das Amt aber auch veranlassen, dass die Praxis bis zur Behebung der Mängel geschlossen bleibt.
In Pflegeeinrichtungen kann es bei wiederholten Mängeln sogar dazu kommen, dass diese ganz geschlossen werden müssen. Aber auch in der Pflege sind Ämter in der Regel wohlwollend und möchten, dass die Einrichtung mit einem überholten, aktualisierten Hygieneplan, der auch korrekt umgesetzt wird, weiter bestehen kann.
Unsere Betreuung beim Thema Hygiene
Unsere Kunden unterstützen wir gemeinsam mit der Fachkraft für Arbeitssicherheit bei der Erstellung und Umsetzung von Hygieneplänen. Bei Begehungen überprüfen wir diese auch und geben Tipps zur Verbesserung.
Sollte Ihnen eine Begehung des Gesundheitsamtes bevorstehen und Sie sind noch nicht Kunde bei uns, scheuen Sie sich nicht uns anzurufen. Wir wissen was notwendig ist, um die Prüfung erfolgreich zu bestehen und ein langfristig erfolgreiches Hygienekonzept zu etablieren.
Haben Sie weitere Fragen zum Thema? Rufen Sie uns gerne an oder schreiben Sie uns eine E-Mail.
Dieser Blogbeitrag wurde verfasst durch Marlene A. Magerl und Laura Fischer.


