Seit dem 27.12.2020 wird die deutsche Bevölkerung gegen das Coronavirus geimpft. Von Anfang an war absehbar, dass mit der Impfstoffzulassung noch nicht ausreichend viele Impfdosen verfügbar sein werden. Daher ist es notwendig, dass gewisse Bevölkerungsgruppen priorisiert werden. Alle wichtigen Informationen, eine Erklärung zu den Impfgruppen und die häufigsten Fragen zur Corona-Impfung finden Sie hier in unserem FAQ zur Corona-Impfung.
Wie sind die Impfgruppen genau eingeteilt?
Das Bundesgesundheitsministerium hat festgelegt, dass verschiedene Bevölkerungs- und Berufsgruppen in unterschiedliche Prioritätsstufen eingeteilt werden. Diese vier Stufen sind sind „höchste Priorität“, „hohe Priorität“, „erhöhte Priorität“ und „ohne Priorität“. Den Link zum PDF der Impfverordnung finden Sie hier.
Gruppe 1 – Höchste Priorität (nur diese Gruppe wird derzeit geimpft):
Höchste Priorität haben allgemein:
- Personen über 80 Jahre
- Personen, die in stationären Pflegeeinrichtungen behandelt, betreut oder gepflegt werden.
Folgende Berufsgruppen haben höchste Priorität:
- Personen, die in stationären Pflegeeinrichtungen wie beispielsweise Seniorenheimen tätig sind. Dies können angestellte Mitarbeiter sein, inklusive Reinigungs- und Verwaltungspersonal, oder auch externe Dienstleister und Versorger. Dazu zählen beispielsweise auch Hausärzte und Physiotherapeuten.
- Pflegekräfte in ambulanten Pflegediensten.
- Beschäftigte in medizinischen Einrichtungen mit einem hohen Risiko. Dazu gehören insbesondere Mitarbeiter in Intensivstationen, Notaufnahmen und Rettungsdiensten. Auch Dienstleister aus der ambulanten Palliativversorgung, Mitarbeiter in Corona-Impfzentren und in Bereichen mit infektionsrelevanten Tätigkeiten gehören zu dieser Gruppe.
- Beschäftigte in medizinischen Einrichtungen, die Menschen mit hohem Risiko behandeln, betreuen oder pflegen. Dies sind insbesondere Mitarbeiter, die mit Krebskranken arbeiten (Hämato-Onkologie) und Mitarbeiter der Transplantationsmedizin.
Gruppe 2 – Hohe Priorität:
Hohe Priorität haben allgemein:
- Personen über 70 Jahre
- Personen mit Trisomie 21
- Personen mit Demenz
- Personen mit einer geistigen Behinderung
- Personen, die eine Organtransplantation bekommen haben
- Enge Kontaktpersonen derart pflegebedürftiger Personen (Punkt 1-6)
- Kontaktpersonen von Schwangeren
Folgende Berufsgruppen haben hohe Priorität:
- Personen, die in stationären Einrichtungen für geistig behinderte Menschen arbeiten, egal ob angestellt oder als Dienstleister in Betreuung, Behandlung und Pflege.
- Personen, die in medizinischen Einrichtungen tätig sind und ein erhöhtes Risiko haben. Insbesondere Ärzte, Personal mit regelmäßigem Patientenkontakt, Personal der Blut- und Plasmaspendedienste und in Corona-Testzentren.
- Polizei und Ordnungskräfte mit einem hohen Infektionsrisiko, etwa bei Demonstrationen.
- Personen, die in Flüchtlings- und Obdachloseneinrichtungen leben oder tätig sind.
Gruppe 3 – Erhöhte Priorität:
Erhöhte Priorität haben allgemein:
- Personen über 60 Jahre
- Personen mit folgenden Krankheiten: Adipositas, chron. Nierenerkrankung, chron. Lebererkrankung, Immundefizienz oder HIV-Infektion, Diabetes mellitus, div. Herzerkrankungen, Schlaganfall, Krebs, COPD oder Asthma, Autoimmunerkrankungen und Rheuma
Folgende Berufsgruppen haben erhöhte Priorität:
- Personen in relevanten Positionen in Verwaltung, Politik, öffentlichen Institutionen: Regierungen, Verwaltungen, Verfassungsorgane, Streitkräfte, Polizei, Feuerwehr, Katastrophenschutz, THW und Justiz.
- Personen in relevanter Position in systemrelevanten Wirtschaftsbetrieben: Unternehmen der kritischen Infrastruktur, in Apotheken und Pharmawirtschaft, öffentlicher Versorgung und Entsorgung, Ernährungswirtschaft, Transportwesen, Informationstechnik und Telekommunikation.
- Personen, die im Lebensmitteleinzelhandel arbeiten.
- Erzieher und Lehrer.
- Personen mit prekären Arbeits- und Lebensbedingungen.
Gruppe 4 – Ohne Priorität:
Alle Personen, die kein Risiko eines schweren Verlaufes von COVID-19 haben, sind in dieser Gruppe. Ihnen soll nach den priorisierten Gruppen ein Impfangebot gemacht werden.
Gibt es eine Impfpflicht?
Die Impfung gegen das Coronavirus ist freiwillig. Eine Impfpflicht wird es in Deutschland nicht geben. Wir würden aber dringend empfehlen, dass sich diejenigen, denen eine Impfung angeboten wird, auch impfen lassen. Die Zulassung in Europa und Deutschland ist sehr streng reglementiert. Daher können wir davon ausgehen, dass die Corona-Impfung sehr sicher ist.
Ist die Impfung sicher und unbedenklich?
Die Zulassung für Impfstoffe ist in Europa und Deutschland mit hohen Auflagen verbunden. Ein Impfstoff muss gesundheitlich unbedenklich sein, um in Deutschland überhaupt prinzipiell zugelassen zu werden. Wir empfehlen die Impfung in jedem Falle. Weitere Informationen zur Sicherheit und den häufigsten Falschinformationen der Impfstoffe finden Sie hier.
Wirkt die Impfung auch bei den Corona-Mutationen?
Eine gute Nachricht: Die meisten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sind überzeugt, dass die Impfung auch bei den Mutationen wirkt. Nach allem, was wir bisher wissen, wirken der bereits zugelassene Impfstoff von BioNTech, sowie alle anderen bereits marktreifen Impfstoffe auch gegen die Corona-Mutanten. Das gilt auch für die Mutante B 1.1.7, die sich insbesondere in England und Südafrika ausgebreitet hat. Genaue Daten zur Wirksamkeit müssen über die kommenden Monate und Jahre erst noch gesammelt werden, bevor wir verlässliche Aussagen treffen können. Dafür gibt es weder das Virus, noch die Impfungen lang genug. Bisher gibt es aber keinen Grund zur Sorge.
Was können Arbeitgeber tun, um ihre Mitarbeiter aufzuklären?
Für alle Arbeitgeber im medizinischen Bereich und in der Pflege empfehlen wir dringend, sicherzustellen, dass alle ihre Mitarbeiter gut und durch verlässliche Quellen über die Corona-Impfung aufgeklärt werden. Dies ist wichtig für eine hohe Impfbereitschaft. Die Impfaufklärung muss oberste Priorität in der Führungsetage von Kliniken und Pflegeheimen haben. Verlässliche Informationen finden Sie beispielsweise hier. Hier gibt es eine sehr gut aufbereitete Liste mit Fragen und Antworten zu den häufigsten Mythen rund um die Impfung.
Auch in regulären Betrieben, Einrichtungen und Verwaltungen gibt es sicherlich einige Mitarbeiter, die in die priorisierten Impfgruppen fallen. Daher empfehlen wir auch hier eine gute Impfaufklärung (siehe die entsprechende Infoseite der Bundesregierung).
Dabei unterstützen wir gerne: Wir stellen Ihnen auf Sie zugeschnittene Materialien zusammen oder halten eine Schulung für Ihre Mitarbeiter. Sprechen Sie uns bei Bedarf einfach an! Zudem befindet sich am Ende dieses Blogposts ein Formular, über welches Sie unser Corona-Impfposter herunterladen können. Dieses enthält die häufigsten Bedenken und alle Erklärungen, direkt von Frau Dr. Magerl persönlich!
Wann kann Koamed Corona-Impfungen anbieten?
Die Corona-Impfung wird in Arztpraxen zunächst noch nicht angeboten. Die Priorisierung soll ausschließlich durch die Impfzentren garantiert werden. Sobald Impfstoff verfügbar ist, wird Koamed diesen für Kunden anbieten. Wir werden Sie frühzeitig per E-Mail und über den Blog informieren, sobald absehbar ist, dass Corona-Impfstoff verfügbar ist. Schauen Sie regelmäßig auf unserer Website oder auf unseren Social Media Accounts vorbei.
Halten Sie sich gut informiert und klären Sie ihre Mitarbeiter auf. Wir wünschen Ihnen weiterhin gute Gesundheit und alles Gute!
Dieser Blogbeitrag wurde verfasst durch Laura Fischer und Marlene A. Magerl.


