Stand 15.04.2021
Impfskeptiker im Unternehmen? Wir helfen gerne weiter und hebeln die größten Corona Impf-Mythen aus.
Denn wir sind absolute Unterstützer der Corona-Impfungen. Eine neue Studie zeigt jetzt auch, dass die Zahl der COVID-19 Erkrankungen nach der 2. Impfung um bis zu 92% zurückgegangen ist und niemand hospitalisiert wurde. Auch nach der ersten Dosis gingen die Erkrankungen bereits über 50% zurück, Hospitalisierungen wurden über 80% reduziert. Das sind fantastische Neuigkeiten! In der Studie hatten ca. 113.000 Personen die 1. Impfung erhalten und über 36.000 sogar beide. Das macht über 144.000 Studienteilnehmer, eine sehr hohe Anzahl – diese Daten sind verlässlich.
Jeder mit Impfberechtigung sollte sich jetzt zügig um einen Impftermin bemühen. Für weitere Informationen zu den Impfungen (abgesehen von Corona Impf-Mythen) lesen Sie auch unser Corona-Impf-FAQ hier auf dem Blog.
Hinweis: Wir sind sehr bemüht, unsere Blogposts allzeit auf Stand zu halten. Dennoch kann es bei den momentan so rasanten Änderungen vorkommen, dass einzelne Details veraltet sind. Wir bitten hierbei um Nachsicht und helfen bei Unsicherheit gern sofort telefonisch oder per E-Mail weiter. Vielen Dank!
Mythos: Die Corona-Impfstoffe könnten bei Frauen zu Unfruchtbarkeit führen.
Falsch. Es gibt Ähnlichkeiten zwischen dem Spike-Protein des Coronavirus, mit dem der Erreger an der menschlichen Zelle andockt und einem körpereigenen Protein namens Synctin-1. Dieses sorgt bei gebärfähigen Frauen für die Bildung der Plazenta, die für die Versorgung des Fötus verantwortlich ist. Man behauptet nun, dass wenn der Körper nach einer Impfung eine Immunabwehr gegen das Corona-Spike-Protein entwickelt, sich diese Reaktion auch auf das Syncytin-1 auswirkt und den Aufbau der Plazenta beeinflusst.
Wissenschaftler, wie die Leiterin der Forschungsgruppe für Biochemie und Bioorganische Chemie an der Universität Leipzig, Professorin Dr. Anette Beck-Sickinger, erklären allerdings, „dass es keine besondere Ähnlichkeit zwischen den Proteinen gibt und eine Kreuzreaktion des Impfstoffs im Grunde unmöglich ist“ (Für die vollständige Quelle klicken Sie hier). Selbst wenn beide Proteine Ähnlichkeiten aufweisen würden, könnte man daraus nicht diese Schlussfolgerung ziehen. Wenn diese Reaktion so entstehen würde, dann hätte bereits die Corona-Infektion bei Schwangeren Auswirkungen zeigen müssen. Es wurden allerdings keine erhöhten Zahlen an Fehlgeburten oder Komplikationen festgestellt.
Mythos: Eine mRNA-Impfung kann zu Genveränderungen führen.
Falsch. Impfstoffe, wie zum Beispiel gegen die Grippe, beinhalten meist abgetötete oder geschwächte Viren oder Teile davon. Die Corona-Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna enthalten dagegen mRNA (messenger-Ribonukleinsäure). Somit wird quasi nur die Bauanleitung für das Virus geimpft, die mRNA. Auf Basis dieser bilden Körperzellen das Spike-Protein selbstständig. Gegen dieses entwickelt das Immunsystem dann eine Antwort und sobald es in Kontakt mit dem Coronavirus kommt, erkennt es diese Struktur wieder und kann das Virus bekämpfen.
Die mRNA kann allerdings nicht in unsere menschliche DNA eingebaut werden, das verhindert schon die chemische Struktur beider. Außerdem kann die mRNA keine Zellkerne erreichen, in denen die DNA, also unser Erbgut, zu finden ist. Für weitere Infos klicken Sie hier.
Mythos: Bei den Testläufen sind sechs Menschen am Biontech/Pfizer-Impfstoff gestorben.
Falsch. 43.448 Menschen nahmen an der Phase-II-Studie von Biontech und dem US-Partner Pfizer teil. Sechs Menschen starben im Studienzeitraum zwischen Ende April und Mitte November 2020 – allerdings nicht an der Impfung. Diese Todesfälle sind in der Altersgruppe, in denen sie auftraten, nicht außerhalb der normalen Sterberate. Bei einigen Probanden war schon vor der Impfung eine Palliativbehandlung eingeleitet worden. Vier der Toten waren in der Placebo Gruppe, die überhaupt keinen Impfstoff erhalten haben. Sie sind an alterstypischen Krankheiten wie einem Infarkt oder Schlaganfall verstorben.
Es war abzusehen, dass einige Geimpfte in einem gewissen Zeitraum nach der Impfung versterben, da zunächst die ältere Bevölkerung geimpft wurde und da die natürliche Sterberate höher ist. Für weitere Infos klicken Sie hier.
Mythos: Die schnelle Zulassung und die Neuartigkeit des mRNA-Impfstoffs macht das Präparat unsicher.
Falsch. In Deutschland gab es, anders als in zum Beispiel Großbritannien oder den USA, keine Notfallzulassung. In Europa wird die sogenannte bedingte Marktzulassung angewendet. Bei dieser wird umfassender geprüft und die Hersteller tragen mehr Verantwortung für das Medikament. Aufgrund der aktuellen Pandemiesituation wurde allerdings das Zulassungsverfahren beschleunigt, in dem ein Rolling-Review-Verfahren angewendet wurde. Das bedeutet, Arzneimittelhersteller konnten schon vor Beendigung der Zulassung Berichte über Qualität, Unbedenklichkeit und Wirksamkeit einreichen. Es wurden also frühzeitiger andere Erkenntnisse geprüft, nicht erst ganz am Schluss der Impfstoffentwicklung.
Dadurch wird das Verfahren zwar schneller, aber nicht unsicherer. Die Prüfung der Impfung wurde dadurch inhaltlich nicht verändert. Mehr Informationen zum Zulassungsverfahren finden Sie auf der Website des Paul-Ehrlich-Instituts.
Mythos: Der Impfstoff ist wirkungslos, weil sich Menschen trotzdem anstecken können.
Falsch. Aktuell ist noch nicht endgültig geprüft, ob die Impfung auch die Weitergabe des Virus an andere oder nur die Erkrankung des Geimpften verhindert. Eine neue Studie legt aber nahe, dass Menschen mit Impfung weniger ansteckend sind. Insbesondere wer 2x geimpft ist, überträgt das Coronavirus vermutlich nicht – tolle Neuigkeiten für alle Geimpften, die am Schutz ihrer Mitmenschen interessiert sind!
Vielfach wird behauptet, dass Menschen sich trotz Impfung am Coronavirus anstecken können. Dies ist jedoch kein Argument, um von einer Wirkungslosigkeit der Impfstoffe zu sprechen: Wer geimpft ist, wird keinen schweren Corona-Verlauf erleben.
Die Gründe, warum eine Ansteckung dennoch passieren kann, sind vielfältig. Es kann passieren, dass der Körper nach der Impfung keine Abwehr gegen das Virus entwickelt. Dies ist allerdings sehr selten und kann auch bei anderen Impfstoffen auftreten. Außerdem müssen unbedingt beide Impfungen abgewartet werden, bevor ein vollständiger Schutz besteht. Nach der ersten Impfdosis kann sich der Mensch durchaus noch anstecken.
Mythos: Wenn das Virus mutiert, ist der Impfstoff wirkungslos.
Eventuell, generell gilt aber: Dass Viren mutieren ist völlig normal. Bisher geht man davon aus, dass die zugelassenen Impfstoffe gegen den Großteil der Mutanten wirksam sind. Studien, die aktuell laufen, sollen dies näher untersuchen und bereits in den nächsten Wochen sollen neue Erkenntnisse vorhanden sein. Für die Virus-Variante B 1.1.7, die sich bei uns derzeit vorherrschend ausbreitet, sind die mRNA basierten Impfstoffe definitiv wirksam und auch beim Imfstoff von Astra Zeneca ist davon auszugehen, dass die Impfung hilft.
Mythos: Langzeitfolgen des Impfstoffs sind noch unklar.
Richtig, aber: Weder beim Astra Zeneca-Impfstoff, noch bei den mRNA Impfstoffen wird von Langzeitfolgen ausgegangen. Das Risiko für Nebenwirkungen liegt im Bereich von 0,0001 Prozent. In der Regel zeigen sich langfristige Nebenwirkungen nach acht Wochen, schwere Impfschäden treten zeitnah auf. Nach acht Wochen hat sich der Impfstoff im Körper bereits abgebaut, daher können Prozesse im Körper danach nicht mehr der Impfung zugeordnet werden.
Damit mögliche Folgen der Impfung schnell erkannt werden, führt die Europäische Arzneimittelagentur EMA seit Sommer 2020 europaweite Beobachtungsstudien durch. Sehr seltene Nebenwirkungen zeigen sich oft erst, wenn sehr viele Menschen geimpft wurden. Daher sind eine kontinuierliche Beobachtung und Aufmerksamkeit richtig und wichtig. Hier der erste Sicherheitsbericht der EMA zur Covid-19 Impfung.
Anmerkung der Verfasserinnen: Zu Astra Zeneca werden wir noch einmal gesondert informieren, im Rahmen der derzeitigen Impfstopps in Deutschland. Hier ist die Lage jedoch nach wie vor sehr dynamisch und es ist schwierig, verlässliche Informationen zu geben. Wir bitten also um etwas Geduld. Halten Sie sich zu Ihrem Schutz an die gängigen Impfempfehlungen in Deutschland. Wir gehen davon aus, das die Bedenken bei Astra Zeneca noch nicht abschließend geklärt sind und hoffen auf weitere Studien.
Mythos: Je älter der Mensch, desto geringer die Wirkung des Impfstoffs.
Stimmt teilweise. Das Immunsystem verändert sich mit zunehmendem Alter. Es arbeitet weniger effektiv. T-Zellen, die bei den Aufgaben des Immunsystems eine wichtige Rolle spielen, werden in einem Organ (dem Thymus) oberhalb des Herzens gebildet. Dieses Organ wird im Laufe des Lebens immer inaktiver. Somit nehmen auch die T-Zellen, also Abwehrzellen ab. Das Immunsystem kann nicht mehr so effektiv arbeiten.
Dies könnte der Grund sein, weshalb das Immunsystem älterer Menschen den Impfstoff nicht mehr so gut verarbeiten kann. Trotzdem sollten ältere Menschen sich Impfen lassen, da sie dadurch natürlich auch anfälliger gegenüber Infektionskrankheiten werden. In der Zulassungsstudie des Moderna-Impfstoffs wurden die Wirksamkeiten der Altersgruppen speziell untersucht und die Wirksamkeit sank bei über 65-jährigen tatsächlich ab. Deshalb wird derzeit vor allen Dingen der Biontech-Impfstoff an über 65-jährige verimpft, da bei diesem Impfstoff eine hohe Wirksamkeit auch im hohen Alter besteht.
Mythos: Die Impfungen können gravierende Allergien auslösen.
Extrem unwahrscheinlich. Wir gehen im Gegenteil davon aus, dass die Corona-Impfung auch bei Allergikern angewendet werden kann. In Großbritannien gab es tatsächlich am ersten Tag der Impfung zwei schwerere allergische Reaktionen. Allerdings hat sich dann aber herausgestellt, dass beide Personen starke Allergiker waren, die nicht hätten geimpft werden dürfen. Auch Meldungen aus den USA haben manche verunsichert: 0,6 Prozent der in Studien Geimpften haben allergisch reagiert. In einer Impfung sind zehn Inhaltsstoffe enthalten, einer davon die mRNA. Von den anderen neun kann nur auf einen allergisch reagiert werden. Für weitere Infos klicken Sie hier.
Die Wahrscheinlichkeit ist also sehr gering. Klar ist: Impfstoffe haben – wie jedes Medikament – Nebenwirkungen. Nur: Die Wahrscheinlichkeit dafür, deutliche Nebenwirkungen zu verspüren, ist verschwindend gering im Vergleich dazu, schwer an Covid-19 zu erkranken. Oder anders: Eine Impfung nützt sehr viel mehr, als sie schadet.
Weitere Informationen zu den Corona Impf-Mythen
Falls Sie oder Ihre Angestellten noch nicht von der Sicherheit der Impfstoffe überzeugt sind, verweisen wir Sie gerne auf diese Informationsseite der Bundesregierung. Falls Sie überzeugt sind, vereinbaren Sie jetzt hier Ihre Impftermine. Bei weiteren Fragen stehen wir Ihnen natürlich jederzeit gern zur Verfügung- kontaktieren Sie uns!
Bleiben Sie gesund!
Ihr Koamed-Team
Dieser Blogbeitrag wurde verfasst durch Laura Fischer und Marlene A. Magerl.


